Der Bazar von Tabriz

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Der Bazar von Tabriz

Dieser Bazar galt in der hochislamischen zeit als wichtiger Knotenpunkt für Handel und Wirtschaft auf der Seidenstraße und ist ein vollständiges Beispiel für den traditionellen Handel. Daher wurde er in der UNESCO-Liste für Weltkulturerbe aufgenommen.
Der Bazar von Zabriz war hauptsächlich im 13. christlichen Jahrhundert als Tabriz noch unter den Safawidenherrschern stand, vor großer Pracht und Glanz und fand zu seiner Blüte. Von der Architektur und den Ziegelsteinbauten, die verschiedene Verwendungen fanden, ist der Bazar einzigartig.
Der Bazar wurde ab dem Jahr 2000 n.Chr. umfangreich restauriert. Das Sanierungsprojekt erhielt 2013 n.Chr. den Aga-Khan-Preis für Architektur.

Gebäudetypen des Bazars
Der unterschiedliche Baubestand des Bazars ergibt sich aus seinen verschiedenen Funktionen. Im räumlichen Nebeneinander und in mosaikartiger Verschachtelung können wir Bazargassen, Khane und Hallen unterscheiden. Die beiden ersten Elemente, – Bazargassen und Khane – , sind geradezu zwingend für den Baube-stand eines Bazars.

 

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۱٫ Bazargassen
Die 3 bis 4 Meter breiten Bazargassen sind die bevorzugten Standorte von Einzelhandel und Handwerk. Sie sind auf beiden Seiten von eingeschossigen, dicht gereihten Ladenboxen gesäumt, die oft bloß ۱ bis 2 m Quadratmeter messen. Weder über dem Arbeits- bzw. Geschäftsraum noch zwischen den einzelnen Ladenboxen finden wir Wohnungen. Diese gänzlich fehlende Wohnfunktion ist der eklatante Unterschied zu unseren mittelalterlichen Städten.
In den orientalisch-islamischen Städten sind zumindest die zentraleren Abschnitte der Bazargassen überdacht oder überwölbt, sei es steinüberwölbt oder mit einem First- bzw. Flachdach. Die Überdachung wird durch die beidseitige, gleich hohe Bebauung begünstigt. Da die Überdachung nur mit wenigen Luken versehen ist, finden wir die so typische halbdunkle, anheimelnde Bazaratmosphäre vor. Die Überdachung gehört zwangsläufig zum Image einer gut ausgestatteten Bazargasse. Man ist dort zugleich vor Sonne als auch vor Regen geschützt. Die Kreuzungsstellen der Bazargassen werden durch kuppelartige Aufbauten oftmals architektonisch besonders hervorgehoben.

۲٫ Khane

Die Khane sind meist mehrgeschossige, absperrbare Innenhofkomplexe mit Arkadenreihen. Sie haben nur einen oder wenige mit schweren Torkonstruktionen versehene Zugänge. Diese enden in der Regel auf die Bazargassen hin. Der Innenhof ist überwiegend nicht überdacht. Wie die Bazargassen haben die Khane nur wirtschaftliche, jedoch keine Wohnfunktion. Ihre Lage zu den Bazargassen ist nicht immer gleich. Sie können längs der Bazargassen aufgereiht sein, diese säumen oder auch in sich kreuzenden Bazargassen eingeschachtelt sein . Immer liegen sie jedoch abseits der großen Passantenströme, ohne dass dadurch der direkte Kontakt zu den Bazargassen oder die leichte Erreichbarkeit von dort aus beeinträchtigt wird. Die enge Nachbarschaft und die räumliche Verknüpfung von Bazargassen und Khanen im Zentrum der Stadt sind ganz charakteristisch für den orientalisch-islamischen Bazar.
Der Gebäudetyp des Khans findet innerhalb des Bazars vielseitige Verwendung. Im traditionellen Bazar ist der Khan Sitz des Großhandels und dadurch gleichzeitig auch Ort des Geldwesens. In Khans sind Büros und Lager untergebracht, sowohl für einheimische als auch für auswärtige Groß- und Fernhändler; zugleich sind sie damit Ort des Export- und Importhandels. Hier findet sich die organisatorische und wirtschaftliche Macht des Bazars.

۳٫ Bazarhallen

Im Gegensatz zu Bazargassen und Khanen gehören hallenartige Gebäude nicht notwendig zu einem Bazar. Hauptsächlich finden sich die Hallen in der Türkei und im Iran. Dies lässt sich nur bedingt durch das Klima erklären. In der Türkei werden diese Hallen Bedesten genannt, die pro Markt prinzipiell nur einmal vorkommen. In iranischen Bazaren können dagegen mehrere Bazarhallen vorkommen.
Trotz vieler Unterschiede kann man doch einige wesentliche Gemeinsamkeiten aufzeigen: Wie in den Bazargassen und Khanen ist in den Bazarhallen keine Wohnfunktion gegeben. Der überdachte Innenraum wird von allen Seiten von Boxen gesäumt und die Halle ist als Ganzes durch Tore absperrbar. Fast immer finden sich die Hallen in den zentralen Teilen des Bazars.
Auch die Funktion ist immer dieselbe. Sie dient dem Einzel- und Großhandel für wertvollere Waren (im Allgemeinen für Textilprodukte) als Lager und Verkaufsstelle.
Die dargestellte räumliche Gruppierung und Zuordnung der zwei bzw. drei Gebäude-typen wie überdachte Gassen, Khane und gegebenenfalls Hallen innerhalb des Gesamtkomplexes eines Bazars „hat sich spätestens zu Beginn des 19. Jahrhun-derts zu einem Kanon verdichtet – d. h. zu einer allgemein akzeptierten, als Norm empfundenen Idealvorstellung, wie ein Bazar auszusehen habe.

 

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